Gymnasium Philanthropinum Dessau – Schule der Menschenfreundschaft

Netzwerk „Begabungsfördernde Schule“

(Zertifiziert durch das Kultusministerium 2012)

Schulprogramm

 1. Die Ausgangssituation

Bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts existierte von 1774 bis 1793 in Dessau eine Schule mit dem Namen Philanthropinum. Diese Schule der Menschenfreundschaft wurde von Johann Bernhard Basedow mit Unterstützung des Fürsten Leopold III. Friedrich Franz als Musterschule der Aufklärung gegründet. Aus heutiger Sicht war sie die erste Programmschule überhaupt. Erst 1947 beantragte die Goethe-Oberschule III, den Namen Philanthropinum wieder tragen zu dürfen. Mit der Namensgebung sollten auch die programmatischen Ideen der Philanthropen aufgegriffen, neu bewertet und zeitgemäß umgesetzt werden. Überlegungen dieser Art finden bis heute statt. Seit Einrichtung des Gymnasiums im Jahre 1991 haben sich vielfältige Traditionen entwickelt. So wird jährlich das Drehbergfest, das erstmals 1776 zu Ehren des Geburtstages der Fürstin Luise stattfand, als Schulfest von regionaler Bedeutung gefeiert. Es ist ein Höhepunkt im Schulleben, an dem Schüler, Eltern, Lehrer und die Öffentlichkeit teilhaben. Auf jüngeren traditionellen Wurzeln steht das jährlich am 27. Dezember stattfindende Wiedersehenstreffen, zu dem alle Ehemaligen eingeladen sind. Zu Traditionen haben sich auch verschiedene dem Europagedanken verpflichtete Schulpartnerschaften und die Teilnahme an regionalen, nationalen und internationalen Wettbewerben, bei denen vielfältige Erfahrungen gesammelt werden konnten, der Tag der offenen Schultür, das jährliche Erscheinen unserer Jahresschrift „Philanthropinum“ u. a. m. entwickelt.

Seit 1999 unterlag die Entwicklung der Schullandschaft der Stadt Dessau den demografischen Veränderungen des Landes, die sich maßgeblich auch auf das Philanthropinum auswirkten. Vier Mal fusionierte das Philanthropinum mit anderen Schulen der Stadt. Zuletzt war das 2009 der Fall, als das Goethe-Gymnasium im Ortsteil Roßlau zu uns stieß. Das hatte für den Schulentwicklungsprozess erhebliche Konsequenzen. Mit den hinzugekommenen Lehrer-, Eltern- und Schülerschaften mussten neue Ziele und Leitideen entwickelt werden. Jeder wollte sich mit den mitgebrachten Erfahrungen, Grundpositionen und Traditionen am „neuen“ Philanthropinum wiederfinden. Dieser Prozess verlief nicht selbstverständlich reibungs- und spannungslos. Er bedurfte und bedarf der ständigen Anregung durch die Schulleitung.

Zwischenzeitlich waren an der Schule 1165 Schülerinnen und Schüler, die in insgesamt 51 Klassen und Stammkursen an 4 Standorten lernten. Sie wurden von 94 Stammlehrerinnen und -lehrern und 7 Kolleginnen in Abordnung aus Sekundarschulen an unserer Schule unterrichtet. Stammlehrerinnen und -lehrer unserer Schule wurden aber auch immer wieder an andere Schulen abgeordnet, um dort Engpässe in der Unterrichtsversorgung auszugleichen.

Mit Beginn des Schuljahres 2009/2010 waren die Schülerzahlen so weit zurückgegangen, sodass die Nebengebäude und Außenstellen aufgelöst werden konnten. Mit der Übernahme des sanierten alten AOK-Gebäudes waren zusätzlich Unterrichtsräume geschaffen, die eine Beschulung aller Schülerinnen und Schüler an einem Standort ermöglichten. Zwischen diesem nun als Sport- und Kurshaus bezeichneten Gebäude (Spuk) und dem Hauptgebäude fand nach kurzer Bauzeit eine Zweifeldturnhalle Platz. Im Sommer 2011 wurde sie uns zur Nutzung übergeben. Gleichzeitig fand der Schulhof eine Erweiterung. Nach 12 Jahren Bauzeit ist das Ensemble des Philanthropinums, der Campus philanthropini, komplett. Damit sind nun für Schüler und Lehrer übersichtliche und verlässliche Arbeitsbedingungen gegeben, die auf ihre weitere Ausgestaltung warten.

Seit dem Schuljahr 2010/11 engagieren sich die Kolleginnen und Kollegen des Philanthropinums im Bereich der Begabungsförderung und entwickelten ein Begabungsföderungskonzeptes, welches stetig auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler abgestimmt wird.

Am 12.09.2012 wurden wir zur „Netzwerkschule für Begabungsförderung“ durch das Kultusministerium ernannt.

 2.  Das Leitbild

Unser Motto:  Das Philanthropinum – die Schule der Menschenfreundschaft

„Natur! Schule! Leben!
Ist Freundschaft unter diesen dreien, so wird der Mensch, was er werden soll und nicht alsobald werden kann; fröhlich in Kindheit, munter und wissbegierig in Jugend, zufrieden und nützlich als Mann.“  (Johann Bernhard Basedow, kurz vor dem Jahre 1775)

Unsere Leitsätze:
aus „Nachrichten von dem philanthropischen Erziehungsinstitut zu Dessau 1774“

„Das Institut wendet seine Kräfte an, um die ihm anvertrauten Kinder und Jünglinge zu guten und vernünftigen Menschen zu erziehen und durch Mitteilung nützlicher Kenntnisse und Fertigkeiten zu brauchbaren Mitgliedern der bürgerlichen Gesellschaft zu machen.

Weil unser Institut bestimmt ist, eine Schule nützlicher Kenntnis und Fertigkeit, tätiger Religion und Tugend und unparteilicher Menschenfreundschaft zu sein, so wird nicht nur Religionshass und der Sektengeist, sondern auch der Nationalhass sorgfältig verhütet. Daher wird auch niemand deswegen verachtet, weil er aus diesem oder jenem Lande ist.
Das Dessauische Educationsinstitut“

Die Schreibweise haben wir den modernen Gewohnheiten angepasst.
 
Zur Umsetzung dieser Leitsätze haben wir an unserer Schule vielfältige Aktivitäten entwickelt, die nachfolgend tabellarisch zusammengestellt sind.
 

Leitsatz 1

Das Institut wendet seine Kräfte anum die ihm anvertrauten Kinder und Jünglinge zu guten und vernünftigen Menschen zu erziehen
Professionalität der Lehrkräfte,
Elternarbeit
Entwicklung von Gemeinschaftssinn, soziales Lernen
Von Gesamtkonferenz beschlossener Jahresarbeitsplan zur Arbeit mit den Eltern, darin enthalten sind:
- Elternbriefe 2x pro Halbjahr
- Lehrersprechtag
- thematische Elternversammlungen
- regelmäßige Sitzungen des Elternrates
- Zusammenarbeit des Elternrates mit dem Schülerrat und dem Förderverein

Fortbildungsplanung durch die Fachschaften nach selbst gewählten Schwerpunkten

Jährliche Fachkonferenzen entsprechend der Fortbildungsschwerpunkte

Durchführung fachspezifischer und fächerübergreifender SCHILF

Fortbildung einzelner Lehrkräfte im Zusammenhang mit dem Konzept zur Begabungsförderung
Regeln des Zusammenlebens als Grundbestandteil der Hausordnung

Entwicklung von Traditionen zur Identifikation mit der Schule:
- Neue 5. Klassen - Begrüßung am Ende des Schuljahres, feierliche Aufnahme im Dietrich- Palais und Stadtrallye zur Einstimmung in den Philanthropismus am 2. Schultag
- Klasse 7 – Behandlung des Philanthropismus in Geschichte
- Klasse 6 - Sprachentag

Gemeinsame Veranstaltungen
- Drehbergfest
- Bunter Tag
- Weihnachtskonzert
- Tanzprogramme
- Schulsportfest
- Schulfahrten
- Schultheatertag
- interkulturelle Begegnungsprojekte

Anerkennung von Schüler- und Lehrerleistungen durch Schaffung eines wertschätzenden Klimas
- Eintragung ins Goldene Buch
- Neu 2012: Veranstaltung zum Schuljahresende
und durch Mitteilung nützlicher Kenntnisse und Fertigkeitenzu brauchbaren Mitgliedern der bürgerlichen Gesellschaft zu machen.
Unterrichtsqualität und UnterrichtsentwicklungEntwicklung von Schülerbildungsleistungen
Zunehmender Einsatz von moderner Präsentationstechnik im Unterricht (Smartboards)

Teilnahme am Projekt KALSA in ausgewählten Fächern (Biologie, Geographie)

Besondere Lernleistung für Schüler der Kursstufe

Neu 2012: Teilnahme an der Hospitation in offenen Stunden der Fachbetreuer durch mehrere Kolleginnen und Kollegen
Schwerpunkt: Schule zur Begabungsförderung (Konzeption)

Konzeption zur Projektwoche

Exkursionen, Kursfahrten,

Klasse 9 – Schülerbetriebspraktikum

Jährlich Teilnahme aller Schülerinnen und Schüler an den Vorstellungen des White Horse Theatres (Förderung englischer Sprachkompetenz)

DELF

Leitsatz 2


Weil unser Institut bestimmt ist, eine Schule nützlicher Kenntnis und Fertigkeit,
tätiger Religion und Tugend und unparteilicher Menschenfreundschaft zu sein,
so wird nicht nur Religionshass und der Sektengeist, sondern auch der Nationalhass sorgfältig verhütet. Daher wird niemand deswegen verachtet,
weil er aus diesem oder jenem Lande ist.
Entwicklung von Schülerbildungsleistungen, UnterrichtsqualitätEntwickeln von Gemeinschaftssinn, soziales Lernen
Teilnahme an Wettbewerben
- Bundeswettbewerb „Jugend debattiert“
- Bundeswettbewerb „Jugend trainiert“
- Bundeswettbewerb Fremdsprachen
- Certamen
- Russischolympiade
- Bundeswettbewerb Geschichte
- Bundeswettbewerb Geographie „Diercke Wissen“
- Mathematik-, Biologie- , Chemie- und Physikolympiaden
- Kunstwettbewerb
- bundesweiter Vorlesewettbewerb Klasse 6
- schulinterner Vorlesewettbewerb Klasse 7


- MZ- Projekt im Deutschunterricht
- Projektarbeit „Untere Mulde“ mit dem WWF
Pflege eines interkulturellen Miteinander in allen Bereichen des schulischen Lebens durch
- geeignete Unterrichtsthemen
- Einbeziehung aller Mitschüler
- internationale Gastschüler und deren Lehrkräfte
- Programminhalte bei Darbietungen unserer Schüler (Chor, Theatergruppe, Tanzgruppe usw.)


Anleitung und Unterstützung des Schülerrates (jährliches Schülerseminar)

Stärkung der Identifikation mit der Schule durch Schulshirts

Schüler pflegen die Homepage

Arbeit in verschiedenen AGs (AG-Liste)
Zusammenarbeit mit schulischen und außerschulischen, vor allem regionalen Partnern

Öffnung der Schule am Tag der offenen Tür und zum Projektwochen- Präsentationstag

Philan- Broschüre - jährlich

Konzeption zur Studien- und Berufsberatung mit Agentur für Arbeit Dessau und Otto-von- Guericke- Universität Magdeburg

Kooperationsverträge mit Anhaltischem Theater, Hochschule Anhalt, WTZ Roßlau
Kooperationsvereinbarung mit Herzklinik Coswig, Anhaltischer Landesbibliothek

Schulpartnerschaften mit Roudnice, GAPP Texas, Wroclaw
jährliches Treffen mit Studenten aus Ohio

Verkehrs- und Umwelttag (Konzeption)

Zusammenarbeit mit multikulturellem Zentrum Dessau, museumspädagogischem Dienst, Umweltamt der Stadt

Förderverein (Frühlingsball, Wiedersehenstreffen, Beitrag zum Drehbergfest, Neujahrsempfang für Freunde und Förderer der Schule)

Arbeitsschwerpunkte für das Schuljahr 2012/13 zur Umsetzung des Begabungsförderungskonzeptes

1. Begabungsförderung in Klasse 5/6 in Mathematik, Englisch, Deutsch
2. Arbeit der Klassenlehrer mit Förderplänen und Klassenleiterstunde
3. Förderung durch Teilnahme an Wettbewerben
4. Förderung der „Besonderen Lernleistung“
5. Arbeit mit dem Drehtürmodell

Begabungsförderung

Telefonisch über das Sekretariat: 0340/212550

Das Philanthropinum ist anerkannte Netzwerkschule für Begabungsförderung im Land Sachsen-Anhalt.

Jahrgangsstufenübergreifend

Im Bereich der Akzeleration

1. Überspringen eines Schuljahres
2. Drehtürmodell

Begabte Schüler können während regulärer Unterrichtsstunden passende Enrichmentangebote wahrnehmen.

3. vorgezogener Fremdsprachenunterricht

Besonders Sprachbegabte haben die Möglichkeit bereits ab Kl. 6 (statt Kl. 7) eine zweite Fremdsprache zu belegen.

Im Bereich des Enrichments:

1. Arbeit mit dem Förderplan
2. Talentförderung (freiwillig für Klasse 5 und 6)

In den Kernfächern (Deutsch, Englisch oder Mathematik) bieten wir je 1 Wochenstunde zur individuellen Begabungsförderung in kleinen Lerngruppen (max. 12 Schüler) nach an.

3. Besondere Lernleistung (in der Oberstufe)
4. Außerunterrichtliches/Außerschulisches

Wir bieten die Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften, Wettbewerben, Schüleraustauschprogrammen, Korrespondenzzirkeln und Spezialistenlagern an.

5. Studien-/ Berufsorientierung

Im Bereich der Beratungstätigkeit/ des Mentorings (Coaching):

Individuelle Begleitung begabter Schüler durch 1 Lernbegleiterin und 11 begabungspsychologische Lernbegleiter in Form von Beratungsgesprächen mit Schülern, Fachlehrern ,Klassenleitern, Eltern und der Schulleitung

Mit anderen Netzwerkschulen erfolgt eine enge Zusammenarbeit und Beratung.

Ansprechpartner sind:

Fr. U. Lindner (Beratungslehrerin) undine.lindner@gmx.de
Fr. I. Friedrich (begabungsfördernde Lernbegleiterin) Frieda19@gmx.net

: halten wir folgende begabungsfördernde Angebote vor.