Toleranz im Sport – Ein Bericht zum Landessportfest

By 17. September 2017News


Schüler des Philanthropinum als Sportpartner für Menschen mit Behinderung bei den 28. Landessportspielen für Behinderte und ihre Freunde.

Am Samstag, dem 02. September 2017, fanden die 28. Landessportspiele für Behinderte und ihre Freunde, in der Sporthalle des Anhaltischen Berufsschulzentrums „Hugo Junkers“ statt. Landesweit ist diese Veranstaltung jedes Jahr in einer anderen Stadt zu Gast. Diesmal bereits zum zweiten Mal mit Dessau-Roßlau als Austragungsort. Hierbei geht es um die Integration von Menschen mit Handicap in die Welt des Sports und um die Vermittlung des Toleranz-Gedankens, vor allem an junge Menschen durch die Zusammenarbeit gesunder Jugendlicher mit geistig bzw. motorisch eingeschränkten Personen. Und das bereits seit 28 Jahren.

Bereits um 8 Uhr trafen sich die Schüler vor der Turnhalle. Nach und nach füllte sich diese mit den Behindertengruppen aus ganz Sachsen-Anhalt und so zählte man letztlich ca. 1200 Besucher/-innen und Teilnehmer/-innen. Jeder von ihnen bekam nun einen „gesunden“ Partner und es konnte die Veranstaltung pünktlich um 10 Uhr beginnen.

An sechs verschiedenen Stationen, wie z.B. „Von Dessau nach Roßlau“ oder „Mit Glück elbabwärts“, konnten nun die jeweiligen Pärchen ihr Können unter Beweis stellen, was an manchen Stationen ziemlich schwierig war. Deshalb war eine Stärkung, aufgrund der anstrengenden Wettkämpfe und des Geschicklichkeitsparcours, zwischendurch von Nöten. Dies sollte kein Problem darstellen, denn Essen und Trinken wurde kostenfrei angeboten. Das konnte jedoch nur durch zahlreiche Sponsoren realisiert werden, die diesen gesamten sportlichen Vormittag ermöglicht haben.

„Der integrative Ansatz ist uns bei dieser Veranstaltung sehr wichtig, um behinderte Menschen in die Gesellschaft einzubringen“, erzählte Anette Lippstreu, eine der Mitorganisatoren des Projekts. „Dabei gehen wir gezielt auf junge Menschen zu, welche die Behinderten betreuen sollen.“ Diese Vorstellung konnte auch umgesetzt werden, wie Lois, Schüler der 10. Klasse und Partner eines Menschen mit Behinderung, bestätigte. Ihm war an dieser Veranstaltung sehr wichtig, dass er soziales Engagement zeigt, denn, so Lois: „Toleranz ist, wenn jeder Mensch gleichbehandelt wird und man einander hilft, egal ob man ein Handicap hat oder nicht. Das wird heutzutage viel zu wenigen Leuten bewusst.“ Über die Frage, ob und wie gut behinderte Menschen in den Alltag integriert seien, ist man sich, aufgrund der Unterschiede zwischen körperlichen und geistigen Behinderungen, nicht ganz einig. So fühlt sich z.B. die 26-jährige Kathrin, welche geistig eingeschränkt ist, ganz gut in die Gesellschaft integriert. Jedoch gibt es, wie schon erwähnt, auch noch die körperlich eingeschränkten Menschen, von deren Problemen im Alltag zwei Mitarbeiterinnen der Schule an der Muldaue, einer Schule für körperlich behinderte Menschen, aus Dessau berichten: „Die Integration von behinderten Leuten könnte besser sein. Vor allem was öffentliche Gebäude, wie z.B. Museen und Ärztehäuser, Gehwege und den ÖPNV betrifft.“

Als sich die Veranstaltung langsam dem Ende neigte, resümierte Dirk, welchem die Freude anzusehen war: „Ich bin jetzt 50 Jahre alt und schon seit vielen Jahren dabei. Man kann mich durchaus als „alten Hasen“ bezeichnen. Aber trotz meiner jahrelangen Teilnahme habe ich immer noch Spaß und freue mich jedes Jahr aufs Neue hierherzukommen.“ Und auch aus Sicht von Lois war der Tag ein voller Erfolg: „Meine Erwartungen wurden übertroffen. Es hat wirklich Spaß gemacht, die einzelnen Stationen mit den behinderten Sportlern zu bewältigen.“

Richard Welp, Gymnasium Philanthropinum – Klasse 10