Auf Spurensuche nach dem historischen Philanthropinum

By 1. September 2017News

Am 11.8.2017 begaben sich alle 5. Klassen auf Spurensuche nach dem historischen Philanthropinum, dem Namensgeber der Schule.

Folgende Informationen fanden wir nach dem Aufsuchen historischer Stätten wie z. B. dem Palais Dietrich und dem Historischen Friedhof, einem fiktiven Gespräch mit Johann Bernhard Basedow und dem Lesen entsprechender Literatur heraus.

Das Philanthropinum, die Schule der Menschenfreundschaft, wurde 1774 von Johann Bernhard Basedow in der ehemaligen Residenzstadt Dessau gegründet. Der damalige Herrscher und Landesherr von Anhalt-Dessau, Fürst Leopold III. Friedrich Franz, unterstützte dabei den Schulgründer mit der Zurverfügungstellung erster Räume im Rautenstockschen Haus, später dann mit der Einrichtung der Schule im Palais Dietrich (heute das Gebäude der Wissenschaftliche Abteilung der Anhaltischen Landesbücherei Dessau). Zu Beginn gingen drei Schüler auf die Schule, u.a. der Erbprinz des Fürsten und die Tochter von Basedow. Prinzipiell war die Schule aber eine Schule für Jungen, die 1782/83 mit 53 aufgenommenen Schülern aus mehr als neun verschiedenen europäischen Ländern ihre höchste Schülerzahl hatte. Die Eltern mussten aber immer ein jährliches Schulgeld entrichten.

Das Philanthropinum war eine Musterschule der Aufklärung. Das heißt aber nicht, dass Musterschüler diese Schule besuchten, sondern dass hier erstmalig nach neuen Lehr- und Lernmethoden unterrichtet wurde. So hatte Basedow selber ein Schulbuch angefertigt, das „Elementarwerk“, mit dem ein anschaulicher Unterricht möglich war. Der Unterricht war lebenspraktisch, so dass auch ein handwerklicher Unterricht erteilt wurde. Naturwissenschaften, moderne Sprachen und erstmalig auch das Fach Sport wurden unterrichtet.

So klug auch Johann Bernhard Basedow als Lehrer war, so wenig war er geeignet, ein Lehrerkollegium zu führen. Deshalb verließ er 1776 die Schule. Ihm folgte Campe als Schulleiter, danach setzte der Fürst ein sechsköpfiges Direktorium ein, bis zum Schluss Neuendorf im Auftrag des Fürsten und mit dessen Unterstützung prinzipielle Änderungen an den Schulen in Anhalt-Dessau durchführte, u. a die Einführung der Schulpflicht und der Trennung von Schule und Kirche. Die letzten Schüler des Philanthropinums nahm er 1793 an die Hauptschule mit, aus der sich im Laufe der Zeit das klassische Gymnasium entwickeln sollte.

Linh-Chi, Sally, Lara, Yonta, Sara, Franziska aus der Klasse 5b

Klasse 5b bei der Spurensuche vor der Statue des Fürsten Leopold III. Friedrich Franz

Grabtafel von Neuendorf auf dem Historischen Friedhof

Grabstein von Basedow auf dem Historischen Friedhof